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BeagleFriends - DAS Magazin

In dieser Ausgabe:

WeihnachtsgeschichtenWeihnachtsgeschichten

„Wann können wir Paula denn bekommen“, frage ich die nette Dame von der Laborbeaglehilfe.

 

„Sie ist in einer Pflegestelle, und wir übergeben grundsätzlich keine Tiere zu Weihnachten, d.h. also Anfang Januar“, bekomme ich die freundliche, aber bestimmte Antwort.

 

„Wissen Sie, wir haben nicht vor, Paula unter den Weihnachtsbaum zu setzen. Wir sind nur der Meinung, dass sie doch am besten so schnell wie möglich zu ihrer Familie kommt, damit sie sich nicht zu sehr bei ihrer Pflegestelle einlebt. Können Sie nicht noch einmal darüber nachdenken?“

Die Weihnachtspaula

Nach kurzem Zögern sagt sie eine Überprüfung zu. Zwei Stunden später dann die erlösende Nachricht: „Ich bringe Ihnen Paula am 24. Dezember um 15 Uhr.“

 

Mein Mann und ich atmen tief durch – ich in großer Vorfreude; mein Mann, weil er noch nicht weiß, ob er wirklich begeistert sein soll. Ich will es mal so sagen – mein Mann (damals 67, seit 2001 mit mir verheiratet) hatte noch nie einen Hund und ist als Jogger etwas skeptisch gegenüber den Fellnasen, da er schon manch unliebsame Überraschung erlebt hat. Bei mir dagegen gab es in der Vergangenheit bereits 5 Hunde, die letzten zwei waren eine Landseer-Hündin und ein Cavalier King Charles Rüde – mein Dream-Team.

 

Die Vorbereitung auf Paula wird von mir daher auch mit viel Fingerspitzengefühl durchgeführt. Paula als Bildschirmschoner, kleine Mails aus dem Büro mit Beschreibung der kleinen Maus aus dem Internet, Geschichten zu meinen früheren Hunden und immer wieder ein Schwenk zu Paula... Als ich zum x-ten Male das Thema anschneide, meint mein Mann resigniert: “Ich glaube, das ist hier nur ein Scheingefecht. Du hast dich doch längst entschieden und willst Paula, richtig?“

Ich entscheide mich für die Wahrheit und nicke glücklich. Mein Mann kann sich das Lachen kaum verkneifen – und so nimmt alles seinen Lauf…

 

Viel zu schnell rast der Tag X auf uns zu. Hundekorb einkaufen, Utensilien, Futter – wir erleben Einkaufsvergnügen pur in der nahe gelegenen Filiale eines Tierbedarfshandels. Die Mitarbeiter beraten uns sehr aufmerksam und freuen sich mit uns auf das bevorstehende Ereignis. Wir hoffen, dass wir an alles gedacht haben und tragen unsere Einkäufe zufrieden nach Hause.

 

Ja, und dann ist sie da... – unsere süße, kleine Paula, zwei Jahre jung, ein Tricolor-Mädchen und ein „unbeschriebenes“ Blatt. Kathrin von der Laborbeaglehilfe bringt sie in einer Transportbox. Ihre eigenen zwei Vierbeiner bilden Spalier für unseren Familienzuwachs. Kathrin trägt sie auf dem Arm ins Haus, wobei Paula sich fest an sie schmiegt. In unseren Räumen stehen immer alle Türen offen, so dass Paula sich sofort auf den Weg macht und ihr neues Terrain erkundet. Dann kommt sie zu uns, sitzt einfach da und schaut uns an. Schnell sind alle Formalitäten erledigt und Kathrin verabschiedet sich. Man merkt, sie nimmt das positive Gefühl mit, dass Paula es gut angetroffen hat.

 

Ja, und dann sind wir drei allein mit uns. Paula kommt sehr langsam und zögerlich näher zu mir und nimmt ängstlich ein angebotenes Leckerchen an. Sie will sich auch nicht sofort anfassen lassen – ist ja in Ordnung, wir gehen schließlich auch nicht freudig auf alle unbekannten Menschen zu. Mein Mann und ich beschließen, uns so normal wie möglich zu verhalten und sie unauffällig zu beobachten. Paula lässt sich genussvoll auf dem Teppich nieder, seufzt tief – und schläft fest ein.