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BeagleFriends - DAS Magazin

In dieser Ausgabe:

Kolumne

Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, ob ich nicht etwas aus meinem Leben für das Magazin schreiben könnte. Eine sehr große Ähre für einen einfachen Ährenbeagle wie mich.


Nun, dachte ich mir, eigentlich bist du ja ein ganz lustiger Typ, mit `nem Hang zum Wahnsinn, wie man sagt – da wird sich schon was erzählen lassen. Aber denkste. Ich saß und saß (wirklich still gesessen hab‘ ich natürlich nicht, wer mich kennt, weiß, dass das einfach nicht geht), aber die richtige Stimmung für `ne ordentliche Schlumpf-Geschichte kam einfach nicht auf. Alles zu traurig. Die Jutta (ist mein Frauchen) war traurig, in unserem Forum war’s traurig…


Den Grund für all diese Traurigkeit habe ich bald herausgefunden (meine Jutta erzählt mir ja immer ziemlich viel). Eine ganz liebe Frau aus unserem Forum war plötzlich sehr, sehr krank. Auch zwei Hundekumpels von mir ging es sehr schlecht. Jetzt weiß ich ja, dass bei „krank“ die Jutta immer etwas die Contenance verliert, aber normalerweise wird sie dann unangenehm aktiv, aber nicht so traurig, dass es sogar mich ansteckt. Doch die Jutta hat mich oft gedrückt und mir erzählt, dass sie so krank sind, dass auch die Weißbekittelten ihnen nicht mehr helfen können.


Schluck! Wie, „nicht mehr helfen“? Sollten sie etwa bald nicht mehr bei uns sein? Nein, Moment, dass geht doch nicht, das würde ja unsere Welt verändern! Ich wurde auch ganz traurig und ich tat, was ich angeblich viel zu selten tue – ich dachte nach. Richtig krank sein ist wirklich schlimm, dass wissen wir alle, oder können es uns zumindest vorstellen. Es ist schlimm für den, der leidet, und es ist schlimm für die, die ihn lieben und nicht helfen können. „Nicht mehr helfen können“ bedeutet Abschied nehmen. Einen endgültigen Abschied?

 

Du kannst Tränen vergießen,

weil sie gegangen sind,

oder Du kannst lächeln, weil sie gelebt haben.

 

So ein kleiner Satz, und – besonders menschlich gesehen –  solch ein großes Problem. Ersetzen wir doch das oder durch ein und, oder? Vielleicht wäre das ein realistischer Wunsch? Kann ich nicht auch gleichzeitig traurig sein, weil ich etwas vermisse und glücklich sein, dass ich es hatte? Es mag unlogisch klingen, aber zumindest könnte ich mir das vorstellen.

 

Du kannst Deine Augen schließen und beten,

dass sie wiederkehren,

oder Du kannst die Augen öffnen und all das sehen,

was sie hinterlassen haben.

 

Auf etwas hoffen, warten, was ich nicht ändern kann? Oder freue ich mich über das, was mir keiner mehr nehmen kann? Hat nicht jeder, den ich geliebt habe, auch in mir eine ganze Menge hinterlassen? Etwas, was in mir weiterlebt, was also gar nicht wiederkehren muss?

 

Dein Herz kann leer sein,

weil Du sie nicht mehr sehen kannst,

oder Du kannst voll der Liebe sein, die ihr geteilt habt.

 

Die Jutta erzählt mir manchmal, was ein guter Freund ihr mal gesagt hat. Das war wohl, als mein ältester Bruder starb und es der Jutta richtig schlecht vor Traurigkeit ging. „Was willst du lieber? Ein enges, vertrautes Leben miteinander, und viel Trauer beim Abschied oder ein Leben miteinander, nebeneinander ohne diese große Trauer?“ Jutta sagt, die Antwort ist klar und da sind wir uns ausnahmsweise mal einig.

Kolumne

Fragen

Jutta Fritzsche