Seite  5

BeagleFriends - DAS Magazin

In dieser Ausgabe:

Kinder und Hunde

Was Eltern tun können

 

1. Erziehung ist Erwachsenen vorbehalten

 

Weder der Hund darf auf das Kind erzieherisch einwirken, z. B.  mittels eines Schnauzengriffs, noch darf das Kind eine Gouvernantenrolle übernehmen. Hunde nehmen Menschen erst mit deren Geschlechtsreife als gleichrangige Familienmitglieder wahr. Vorausgesetzt natürlich, diese führen sich auch wie souveräne, verlässliche Gruppenmitglieder auf. Jugendliche können ab diesem Alter nun neben Spiel und Versorgung des Hundes auch erzieherische Aufgaben übernehmen.

 

2. Kind und Hund  brauchen Rückzugsbereiche

 

Der Hund braucht einen Ort, an den er sich zurückziehen kann, ohne gestört zu werden. Allerdings muss es für ihn auch Tabuzonen geben. So sollte das Kinderzimmer ein Ort sein, in dem Kinder, ohne Rücksicht auf den Hund nehmen zu müssen, Spielzeug liegen lassen und ausgelassen toben können. Ebenso ist der fressende Hund für Kinder tabu. Egal, ob dieser gerade sein Fressen, einen Knochen oder das stibitzte Leberwurstbrötchen verspeist.

 

3. Gemeinsames Spiel nur unter Aufsicht

 

Das Verhalten von Kinder kann dem Hund leicht als Bedrohung erscheinen, auch wenn dieses nicht beabsichtigt war. Ungelenkte, heftige Bewegungen sind für Hunde schwer einzuschätzen und werden leicht fehlinterpretiert. Grundsätzlich unterbunden werden sollten Rangeleien und wilde Laufspiele, da diese sich schnell zu ernsten Beutespielen entwickeln können.
Auch Apportierspiele mit Kindern sind nicht für jeden Hund geeignet und nur dann zu empfehlen, wenn der Hund freudig und zuverlässig das Apportel auch wieder ausgibt.
Fast alle gemeinsamen Spiele können (!) eskalieren und sollten deshalb von einem Erwachsenen beobachtet und jederzeit beendet werdet können. Was mit dem einen Hund gut funktioniert, kann mit einem
anderen gefährlich werden. Eltern sollten genau hinsehen, um Kind und Hund richtig einschätzen zu können.

 

4. Kinder müssen hündisch lernen

 

Hunde sind keine Kuscheltiere und auch keine kleinen Menschen. Kinder neigen jedoch dazu, ihre positiven Gefühle für den Hund körperlich auszudrücken, so wie sie es auch selber erfahren und mögen. Aber Streicheln von oben und umarmt zu werden, ist nicht „jederhunds“ Sache.
Eltern sollten ihren Kinder deshalb andere Wege zeigen, dem Hund Zuneigung mitzuteilen. Warum nicht mal gemeinsam ausprobieren, welche Streicheleinheiten der Hund besonders mag? Auch sollten Kinder lernen, zu erkennen, ob der Hund gerade ihre Zuneigung teilt oder ob er lieber in Ruhe gelassen werden möchte. Kleinste Anzeichen des Unbehagens beim  Hund müssen auch kleine Kinder lernen und akzeptieren
, sonst besteht die Gefahr, dass der Hund seinem Unmut, z. B. durch Abschnappen, mehr Nachdruck verleiht. Am Ende dieses Artikels sind einige Fachmaterialien und -bücher aufgeführt, die auf kindgerechte Weise den richtigen Umgang mit eigenen und fremden Hunden vermitteln.

 

5. Alternativen aufzeigen

 

Das Zusammenleben mit dem Hund soll Spaß machen. Es gibt viele Dinge, die Kinder mit Hunden machen können. Eltern sollten ihren Kindern deshalb Vorschläge für sinnvolle und ungefährliche Spiele machen. Das kann der Aufbau eines kleines Parcours für den Hund oder das Einüben kleiner Kunststücke sein. Oder warum nicht einmal Leckerlies für den Hund backen oder die Kinder einen Kong befüllen lassen?


Der Besuch einer Kind-Hund-Gruppe kann viele Anregungen bringen und notwendiges Wissen im besten Falle spielerisch vermitteln. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf.

Kinder und Hunde