
|
Seite 22 |
|
BeagleFriends - DAS Magazin |
|
In dieser Ausgabe: |


|
Nach der Stresstheorie von Walter Cannon führt Stress zu einer Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin. Wie bereits dargelegt, wird dies als Kampf-Flucht-Reaktion oder als Sympathicus-Nebennierenmark-Achse beschrieben.
Die Sympathicus-Nebennierenmark-Achse wird durch den Mandelkern (Amygdala) aktiviert und löst eine Verteidigungsreaktion aus. Dies ist der Grund, warum diese Achse auch als Kampf-Flucht-Reaktion bezeichnet wird. Bei einer Aktivierung dieser Achse werden im Nebennierenmark je nach Situation und Einschätzung des Hundes die Hormone Adrenalin (sog. Fluchthormon) und Noradrenalin (sog. Wuthormon) vermehrt ausgeschüttet. |
|
Nach der Theorie von Selye, der auf die allgemeine Anpassungsreaktion abstellt, ist die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse als Hormon- bzw. Stressachse zu Grunde zu legen.
Diese Achse wird durch den Hypothalamus aktiviert und löst eine allgemeine Anpassungsreaktion aus. Dabei wird die Glucocorticoidproduktion (Ausschüttung der Hormone Cortisol, Cortison, Corticosteron) erhöht. Bei einer Aktivierung dieser Achse ist die oben dargelegte Allgemeine Anpassungsreaktion (Alarm- Widerstands- und Erschöpfungsphase) von Bedeutung.
In der Alarmphase kommt es zu einer sympathikotonen Reaktion und einer vermehrten Ausschüttung der Hormone Adrenalin und Noradrenalin
Dadurch werden im Körper folgende Reaktionen ausgelöst:
· Verengung der peripheren Blutgefäße, somit wird Schutz vor Verletzungen erreicht, · Aktivierung des Herz- und Kreislaufsystems (Blutdruck und Herzfrequenz steigen), · Bereitstellung von Energie (Glykolyse und Lipolytische Energie), · Verbesserung der Sauerstoffzufuhr.
Das freigesetzte Adrenalin wirkt auf die Hypophyse, so dass vermehrt Botenstoffe ausgeschüttet werden. Als Reaktion hierauf kann es zur Absetzung von Kot und Harn kommen. Darüber hinaus wird die vermehrte Ausschüttung von Sexualhormonen dafür verantwortlich gemacht, dass die Aggressions- und Verteidigungsbereitschaft bei Tieren steigt.
In der Widerstandsphase versucht sich der Organismus auf die in der Alarmphase ausgelöste Belastung durch eine Vergrößerung der Nebennierenrinde und stärkere Hormonproduktion einzustellen (sog. Mobilisierung körperlicher Anpassungsmechanismen).
Konnte aufgrund einer Handlung das stressauslösende Ereignis unter Kontrolle gebracht werden, so kommt es unter diesen Umständen durch eine Rückkoppelung wieder zu einer Rückbildung des Hormonspiegels und der „Soll“zustand kann wieder hergestellt werden.
Probleme entstehen jedoch dann, wenn Stressreize häufig oder lang anhaltend auf den Organismus einwirken, denn das kann schnell zu einem dauerhaft erhöhten Hormonspiegel führen. In der Erschöpfungsphase wird durch das Hormon Cortisol das Immunsystem geschwächt und es kann häufiger zu Infektionskrankheiten kommen. Auch die ständige erhöhte Kreislaufaktivierung bleibt meist nicht ohne schädliche Auswirkungen. In dieser Phase versagen dann alle Anpassungsreaktionen und es kommt zu Problemen in der Energiebereitstellung und der Immunabwehr. |